Beim Altersvorsorgedepot gewinnt, wer die beste Datenbasis hat

 Seit Ende Mai 2026 ist es Gesetz, zum 1. Januar 2027 geht es live: Das Altersvorsorgedepot löst die Riester-Rente ab. Damit werden Millionen bestehender Verträge quasi über Nacht wechselbar. Und ein Milliardenmarkt wird neu verteilt.

Ein Bestand kommt in Bewegung

Das Altersvorsorgereformgesetz hat Bundestag und Bundesrat passiert und ist Ende Mai in Kraft getreten. Ab dem 1. Januar 2027 dürfen Banken, Broker, Fondsanbieter und Versicherer das geförderte Depot anbieten. Allerdings ohne Garantiezwang, dafür aber mit direktem Zugang zum Kapitalmarkt und mit einer verpflichtenden, kostengedeckelten Standardvariante. Der alte Riester-Bestand genießt Bestandsschutz. Aber wer will, kann sein Guthaben förderunschädlich ins neue Altersvorsorgedepot übertragen.

Und dieser Bestand ist groß. Ende 2025 zählte das BMAS noch rund 14,7 Millionen Riester-Verträge, Tendenz seit Jahren fallend. Für ein gutes Fünftel bis knapp ein Viertel werden laut BMAS-Schätzung aktuell keine Beiträge mehr gezahlt. 

Wer diese Zahlen liest, denkt dabei sofort an ein sterbendes Altprodukt. Das stimmt auch. Als Produkt ist Riester an Garantiezwang und Kosten gescheitert und in der öffentlichen Wahrnehmung entsprechend unbeliebt. Die private Altersvorsorge selbst ist deshalb aber nicht verschwunden; sie hat sich nur verteilt. Ein Teil fließt weiter in bestehende Riester-Verträge, die sich ab Januar günstiger ins Altersvorsorgedepot übertragen lassen. Ein anderer Teil läuft längst in ETF-Sparpläne bei Neobrokern. Renditestark, aber ohne einen Cent staatlicher Förderung. Und ein dritter Teil liegt gar nicht oder kaum verzinst auf Giro- und Tagesgeldkonten. 

Für jeden dieser Töpfe hat das Altersvorsorgedepot ab Januar eine Antwort: den teuren Altvertrag ins günstigere Depot übertragen, den ungeförderten Sparplan in die Förderung holen und liquide Mittel erstmals fürs Alter aktivieren.

Das Altersvorsorgedepot ist ein echter Bruch mit dem alten System. Genau das macht es für Millionen bestehender Verträge attraktiv und setzt einen Bestand in Bewegung, der zwei Jahrzehnte lang festlag. Die spannende Frage ist damit nicht, ob gewechselt wird. Sondern, wer erkennt, für wen sich der Wechsel lohnt.

Ob sich der Wechsel lohnt, entscheidet sich pro Person

„Erkennen“ klingt dabei einfacher, als es ist. Denn ob sich ein Wechsel lohnt, ist eine Frage der individuellen Situation, quasi eine Rechnung pro Person: 

  • Was kostet der bestehende Vertrag über die Restlaufzeit wirklich? 
  • Wie steht das gegen ein Altersvorsorgedepot mit gedeckelten oder schlicht niedrigen Effektivkosten? 
  • Welche Förderung, welche steuerliche Wirkung kommt hinzu? 

Kein Gießkannen-Mailing kann diese Rechnung beantworten. Sie lässt sich nur aufmachen, wenn man die konkrete Lebenssituation inklusive 360-Grad-Vermögensüberblick der konkreten Person kennt.

Und da haben die meisten Anbieter ein Problem. Eine Bank sieht das Girokonto, das sie führt. Ein Broker sieht das Depot, das bei ihm liegt. Ein Versicherer sieht seine Policen. Jeder sieht seinen Ausschnitt; keiner das ganze Bild. Die Kund:innen aber haben ihren Riester bei der Versicherung, ihr Depot beim Neobroker, den ETF-Sparplan noch woanders, dazu Tagesgeld und vielleicht einen alten Bausparer. Wer keinen kompletten Überblick hat, hat keine Ahnung, für wen sich der Wechsel lohnt. Er kann nur raten.

Ab Januar wird es sehr viele Anbieter von Altersvorsorgedepots geben. Das Produkt allein ist damit kein Wettbewerbsvorteil. Den verschafft erst das vollständige Vermögensbild zur einzelnen Person, denn es zeigt, für wen sich der Wechsel lohnt und wann der richtige Moment für die Ansprache ist.

Welche Daten für einen Wechsel entscheidend sind

Ein solches Vermögensbild entsteht nicht von selbst. Die drei Töpfe von oben – der alte Riester-Vertrag, der ETF-Sparplan beim Neobroker, das Geld auf dem Tagesgeldkonto – muss man erst einmal sehen können.

Den Altvertrag erkennen 

Der bestehende Riester-Vertrag steht meist nicht im eigenen System, aber seine Spur findet sich im Kontoumsatz: die regelmäßige Lastschrift an einen Versicherer. Aus den Transaktionsdaten lässt sich ablesen, welche Altersvorsorgeverträge eine Person führt. Das allein genügt oft schon für die entscheidende Frage: Steckt hier ein teurer Altvertrag, für den sich der Blick aufs Altersvorsorgedepot lohnt? 

Wo mehr nötig ist, lassen sich diese Verträge über die reinen Zahlungskontodaten hinaus anreichern, etwa mit Informationen zu Anbieter, Kostenverlauf und Vertragsart. Das gelingt noch nicht bei jedem Anbieter.

Das Potenzial abschätzen

Das Depot beim Neobroker verrät nicht, welche Beträge in ein Altersvorsorgedepot fließen könnten, da sich ein bestehendes Depot nicht ins AVD übertragen lässt. Aber es verrät etwas Grundsätzliches: nämlich, dass hier jemand aktiv Geld anlegt, um Vermögen aufzubauen. Und vielleicht wichtiger: in welcher Größenordnung er oder sie das tut. Wer den Großteil seines Vermögens längst beim Neobroker führt, ist für ein AVD-Angebot hochrelevant, denn künftige Sparraten lassen sich in ein gefördertes Depot lenken. 

Sichtbar wird das alles aber erst, wenn Kund:innen ihre externen Konten und Depots aktiv verbinden. Auf demselben Weg werden auch die liquiden Mittel auf Giro- und Tagesgeldkonten sichtbar – Geld, das sich fürs Alter aktivieren ließe.

Den Vorteil belegen

Sehen allein reicht aber nicht. Der Vorteil eines Wechsels wird erst glaubwürdig, wenn er mit Zahlen belegt ist. Und genau hier liegt die Herausforderung. Denn „Das Altersvorsorgedepot ist günstiger“ stimmt nicht pauschal: Der gesetzliche Kostendeckel von einem Prozent pro Jahr gilt nur für das Standarddepot, individuelle Depots können teurer sein. 

Ob sich der Wechsel rechnet, hängt am konkreten Vergleich: Effektivkosten des Bestandsvertrags über die Restlaufzeit vs. die Kosten im Zielprodukt, dazu steuerliche Behandlung und Förderlogik. Belegen lässt sich das nur mit Daten. Also mit sauberen, vergleichbaren Kosten- und Steuerkennzahlen je Vertrag und je Wertpapier. Wer sie liefern kann, macht den Vorteil belegbar. Wer sie nicht hat, behauptet nur.

Das Modell steht, die Datengrundlage nicht bei jedem

Man könnte meinen, das Schwierigste sei geschafft. Das Produkt ist da, die Förderung ist geregelt, und die Schritte sind klar: den Altvertrag erkennen, das Potenzial abschätzen, den Vorteil belegen, im richtigen Moment ansprechen. Nur fehlt für jeden dieser Schritte dasselbe: die Daten aus all den Konten und Depots, die eine Person anderswo führt.

Genau diese Daten liefert wealthAPI. Als BaFin-lizenzierter Kontoinformationsdienst bindet wealthAPI über 3.500 Banken und Broker an, vereinheitlicht ihre Daten und veredelt sie zu nutzbaren Kennzahlen. So wird aus einem Kontoumsatz ein erkannter Vorsorgevertrag, aus einer Depotposition eine vergleichbare Kostenkennzahl, aus einem Wertpapier eine Risikoeinstufung, wie sie die Lebenszyklus-Logik des Standarddepots voraussetzt. 

Der Verteilungskampf geht um mehr als die 14,7 Millionen Riester-Verträge. Er geht um jedes Vermögen, das heute verstreut, teuer oder ungefördert angelegt ist. Entschieden wird er nicht mit der besseren Produktanzeige, sondern bei der informierten Anlageentscheidung des Kunden  Das Produkt hat ab Januar jeder. Den Unterschied macht, wer die Person dahinter sieht.

Zusammenfassung

Ab Januar 2027 löst das Altersvorsorgedepot die Riester-Rente ab und macht rund 14,7 Millionen Verträge übertragbar – ein Milliardenmarkt wird neu verteilt. Da das Produkt dann jeder anbietet, entscheidet nicht die Produktanzeige über den Wettbewerb, sondern die Fähigkeit, pro Person zu erkennen, ob sich ein Wechsel überhaupt lohnt. Das setzt ein vollständiges Vermögensbild voraus: Altverträge im Kontoumsatz erkennen, Sparpotenzial bei Neobrokern und auf Tagesgeldkonten abschätzen, den Kostenvorteil mit belastbaren Zahlen belegen. Genau diese Datengrundlage liefert wealthAPI mit über 3.500 angebundenen Banken und Brokern.

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